Narrationen im Lernkontext: Wie ein Fisch komplexe Wissensinhalte vermitteln kann...

Die Geschichte vom konstruktivistischen Fisch und seinem Freund, dem Frosch

In Weiterbildungs-Seminaren rund um Lernprozesse in Unternehmen hat natürlich der Konstruktivismus als grundlegende Erkenntnistheorie und Startpunkt für das Design von Lernprozessen einen wichtigen Platz. Seine Grundthese ist ja, dass der Mensch keinen unmittelbaren Zugriff auf eine objektive Realität hat, sondern er nur das, was er mit seinen Sinnen wahrnehmen kann, vor dem Hintergrund seiner Vorerfahrungen interpretieren kann.

Soweit, so gut? Nein! Sondern so weit, so schwer, dies zu vermitteln! Besonders gegenüber Managern, die fest an Objektivität und Messbarkeit von Prozessen glauben und die schon die Frage an sich, ob es vielleicht so sein könnte, dass es gar keine für alle gleiche objektive Realität gibt, als unsinnig und fehl am Platze abtun.

Vor ein paar Jahren fiel mir die kleine Geschichte des konstruktivistischen Fisches in die Hände. Leo Lionni erzählt mit wenigen Bildern von der Freundschaft des Fisches mit dem Frosch. Der Frosch schildert nach seinen täglichen Ausflügen übers Land dem Fisch im Teich, was er alles gesehen hat. Der Fisch sieht vor seinem inneren Auge die Kühe (mit Kiemen und Schwanz- und Rückenflosse) und die Schwalben am nahen Bauernhof (in verdächtiger Ähnlichkeit zu den fliegenden Fischen mit Schuppen als Gefieder)…

 "Ein Vogel!", denkt der kleine Fisch glücklich.

"Ein Vogel!", denkt der kleine Fisch glücklich.

Diese kleine Geschichte vermittelt den Kerngedanken des Konstruktivismus so viel einfacher als jede auf Sachinformationen beruhende Definition! Seitdem der konstruktivistische Fisch und sein Freund, der Frosch, den Top-Managern ihre Geschichte erzählen, können diese gebannt zuhören, zustimmend lächeln und die Kernaussage verstehen.

Denn Geschichten sind in der Lage, Komplexität zu reduzieren und Fakten mit Leben zu füllen, sie machen Lern- und Erinnerungsleistungen um ein Vielfaches erfolgreicher und nachhaltiger. Sie reichern darüber hinaus das Erleben von Weiterbildung mit Emotionen an, was die Bereitschaft und die Motivation für die Weiterbildung positiv verändert.

Jede Menge Gründe also, sich genauer anzusehen, welches große Potential in Geschichten und in narrativen Methoden für die Weiterbildung in Unternehmen wartet.

Kommen Sie zur Konferenz, um andere machtvolle Geschichten zu hören, Erzähler und Gestalter narrativer Lernprozesse kennen zu lernen und sich von der Vielfalt der Möglichkeiten inspirieren zu lassen!