Landebahnen der Zukunft

Ein Tag mit Otto Scharmer. Ausbrechen aus der Matrix. Gekrümmte Räume begehbar machen und neue Erfahrungsräume schaffen. Achtsam erkunden, was da ist. Immer von innen, nach außen. Vom Ich zum Du. In die Zukunft hineinstarrren bringt nichts. Wir müssen den Blick umwenden. Und vergegenwärtigen, wo wir stehen und worauf wir stehen.

  Visual Recording by Markus Engelberger, www.creativetribe.at

Visual Recording by Markus Engelberger, www.creativetribe.at

Das Jetzt von der Zukunft her erleben, kann man, indem man Skulpturen baut oder theatralische Räume öffnet. Man kann es aber auch, indem man das Zuhören kultiviert, die Aufmerksamkeitsfähigkeit vertieft und die vom wabernden Mehrheitsdiskurs verschütteten Momente narrativ freilegt und solange verdichtet, bis sie zu leuchten beginnen. Landebahnen der Zukunft erzählend entwirft, die dem Lärm rundherum eine Stille entgegensetzen, die unüberhörbar ist.
 

Die Alchemie des Augenblicks

Wo PRESENCING und RE-AUTHORING sich treffen, entstehen gemeinsame Denk- und Erfahrungsräume jenseits von Angst, Argwohn, Missgunst und Ignoranz. Das Nadelör der Zukunft ist unsere emotionale Intelligenz, wenn Systemisches und Persönliches ineinanderfließen. Wenn es uns gelingt, das vorschnelle Bewerten anzuhalten und selbstversunken in die Sache einzutauchen, um daraus einen Boden zu kultivieren, auf dem neue Werte blühen. 

Große Theorien sind mit Vorsicht zu genießen, weil sie sich gern abschotten vom Fluss des Lebens zugunsten theoretischer Konsistenz. Anders die "Theorie U" - sie vertraut auf das werdende Selbst als einziges Werkzeug, worauf wir uns verlassen können. Wer systemisch wirksam werden will, kann auf das sich dynamisch konstruierende Subjekt nicht verzichten. Weil durch die individuellen Bruchstellen das Licht dringt, das in die Zukunft weist. Die U-Labs, die Otto Scharmer begründet, stellen die Athenische Schule vom Kopf auf die Füße:

"Let no one enter who cannot see that the issues outside are a mirror of the issues inside ..."